Allgemeine Informationen über Korea

 

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Die Koreaner waren zu Beginn der christlichen Zeitrechnung ein homogenes Volk. Im 7. Jahrhundert n.Chr. waren sie erstmals politisch vereint im Shilla - Reich (57 v. Chr. - 935 n. Chr.)und erlebten in der Folge eine große kulturelle Blütezeit.

Geographisch:

Korea ist eine Halbinsel in Ostasien, die an China und Russland grenzt und von Japan durch das Japanische Meer (in Korea Ostmeer genannt) getrennt wird. Die Halbinsel ist seit 18.000 - 12.000 Jahren besiedelt. Einst war Korea ein großes, vereintes Land, das sich bis in die Mandschurei und Sibirien erstreckte.
Korea war zwischendurch das Weltzentrum für die beste Seide und in Ostasien bekannt für chinesische Schriftzeichen von höchster Qualität. Im 7. und 8. Jahrhundert galt das Land als das Zentrum für die besten Goldschmieden. Lange vor Gutenberg erfand man hier die Druckerpresse. Buchdruck mit beweglichen Typen wurde in Korea vor 1232 erfunden.

Seit 1948 ist die Halbinsel ungefähr entlang des 38. Breitengrades geteilt, im Süden liegt die Republik Korea, im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea.

Herkunft des koreanischen Volkes:

Die Koreaner gehören zu den ältesten Kulturvölkern der Erde. Anthropologen vermuten, dass die koreanische Bevölkerung in mehreren Einwanderungsschüben von Innerasien aus die Halbinsel bevölkert hat.

Wie viele andere Völker führt auch das koreanische Volk seine Herkunft auf eine Legende zurück. Der Beginn der koreanischen Geschichte wird mit dem Jahr 2333 v. Chr. angegeben. In jenem Jahr gründete König Tangun, eine legendäre Figur, als Sohn eines Gottes und einer Frau des Bärentotemstammes, das erste Königreich.

Die Koreaner:

Die Koreaner sind eine ethnische Familie und sprechen eine gemeinsame Sprache. Ihnen sind typische, physische Merkmale eigen, die sie von anderen asiatischen Völkern unterscheiden, und sie haben eine ausgeprägte kulturelle Identität. Man nimmt an, dass die heutigen Koreaner von verschiedenen Mongolenstämmen abstammen, die vor allem in der Jungsteinzeit (ca. 5000 - 1000 v. Chr.) und der Bronzezeit (ca. 1000 - 300 v.Chr.) von Zentralasien auf die koreanische Halbinsel kamen. Obwohl die Koreaner ethnisch zur mongolischen Rasse zählen, besitzen sie seit Jahrtausenden eine eigene Sprache, Kultur und Bräuche, die sich von den Nachbarn China und Japan unterscheiden.

Politisch:

Politisch ist Korea, seit dem Ende des Korea-Kriegs, in zwei Staaten geteilt: das kommunistische Nordkorea und das kapitalistische Südkorea.

Mentalität:

Aufgrund historischer Erfahrungen sind die Koreaner zäh, geduldig und sehr diszipliniert, sie gelten als eines der fleißigsten Völker der Welt, was auch auf das ausgeprägte Konkurrenzdenken und den Widerstandsgeist zurückzuführen ist. Koreaner sind dem Traditionellen sehr verbunden; sie sind humorvoll und lieben Musik und Tanz.

Die koreanische Gesellschaft hält an einer starken konfuzianischen Tradition fest, die sich deutlich in einem ausgeprägten Familienbewusstsein sowie einer Betonung hierarchischer Strukturen und vertikaler Beziehungen zeigt, obgleich dieses System modifiziert wurde, um den heutigen Bedingungen gerecht zu werden. Diese Tradition in Verbindung mit dem leidenschaftlichen Naturell der Koreaner ist möglicherweise eine Erklärung für die starke Loyalität zwischen Verwandten, Mitarbeitern, Klassenkameraden und Freunden. Für Dinge, die es wert sind -Familie, Freunde, Firma, Überzeugungen usw.- geben Koreaner ihr Äußerstes. Sie arbeiten hart, genießen aber ihr Leben und vergnügen sich mit der gleichen Hingabe.

Die gesellschaftlichen Beziehungen der Koreaner sind auch heute noch weitgehend vom Konfuzianismus geprägt; er betont geregelte Umgangsformen, Patriotismus, und die Vorherrschaft der Männer. Grundlage des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens war die Großfamilie.
Nach japanischer Besetzung, Teilung des Landes, Koreakrieg und der anschließenden industriellen Revolution haben westliche Wertvorstellungen Einzug gehalten, allerdings sind Familien- und Clanzugehörigkeit, Kindesliebe und Patriotismus weiterhin wichtig. In den Städten hat die Kernfamilie die Großfamilie mit bis zu drei Generationen ersetzt. Auch ist die Rolle der Frau durch gute Ausbildung weitaus aktiver als in der Vergangenheit. Nach wie vor sind aber koreanische Umgangsformen durch viele formalisierte Gesten gekennzeichnet. Auch die heute noch gebräuchlichen Familienrituale sind ein Zeichen dafür. Von Ausländern wird nicht erwartet, dass sie sich "koreanisch korrekt" verhalten, sie werden trotzdem höflich behandelt.
Da Koreaner generell aufgeschlossen gegenüber Ausländern sind, kommt ein Kontakt recht schnell zustande.
Koreaner sind zudem außerordentlich hilfsbereit und gastfreundlich.

Geschichte:

Der Beginn der koreanischen Geschichte wird mit dem Jahr 2333 v.Chr. angegeben. In jenem Jahr wurde das Reich Gojoseon von dem legendären König Dangun gegründet.
Im ersten vorchristlichen Jahrhundert existierten drei Reiche: Goguryeo, Baekje und Shilla. Diese Reiche breiteten sich über die gesamte Halbinsel und einem großen Teil der Mandschurei aus. Von Historikern wird dieser Zeitabschnitt die "Zeit der Drei Reiche" (57 v.Chr. - 668 n.Chr.) genannt.
Im Jahre 668 n.Chr. besiegte Shilla die beiden Nachbarstaaten und vereinte die Halbinsel erstmals im Jahre 676. Während der Zeit des Vereinigten Shilla - Reichs (676 - 935) erlebte die Halbinsel eine kulturelle Blüte im Bereich der buddhistischen Kunst.
In der nachfolgenden Goryeo-Zeit (918 - 1392) bildete sich in Korea eine aristokratische Regierungsform heraus. Der Buddhismus war Staatsreligion und übte einen starken Einfluss auf Politik und Verwaltung aus. Aus dem Namen des Königreichs Goryeo leitet sich die heutige Bezeichnung "Korea" ab.
Die Joseon-Dynastie (1392-1910) war Koreas letztes Herrscherhaus. Die Könige von Joseon drängten den Buddhismus zurück und übernahmen den Konfuzianismus als Staatsideologie. Während der Herrschaft des vierten Joseon-Monarchen, König Sejong des Großen (1418-1450) erlebte Korea eine nie da gewesene Blüte. Zu den wichtigsten kulturellen Leistungen gehörte unter anderem die Entwicklung des koreanischen Alphabets Hangul im Jahre 1443. Die Hauptstadt Hanyang, das heutige Seoul, wurde 1394 gegründet, und noch heute finden sich hier Paläste und Stadttore aus dieser Zeit.
Die Joseon-Zeit endete durch die japanische Invasion im Jahre 1910.Die Besetzung Koreas durch Japan bestand 35 Jahre lang. Diese endete am 15. August 1945 durch die Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg.
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Nach der Befreiung des Landes durch die Vereinigten Staaten und die UdSSR, teilte man Korea in einen nördlichen und südlichen Teil. Durch den einsetzenden kalten Krieg blieb es bei der Teilung des Landes in zwei ideologisch entgegengesetzte Lager.

Separate Wahlen fanden im Norden und Süden des Landes statt. Im Süden verwehrten die Amerikaner den Koreanern Selbständigkeit. Stattdessen unterstützte das Amerikanische Militär den Exilkoreaner Rhee Syngman, welcher zuvor auf Hawaii lebte. Rhee wurde am 15. August 1948 als erster Präsident vereidigt, nachdem die Wahl von vielen Seiten boykottiert wurde. Im Norden hielten sich die UdSSR seit Beginn ihrer Verwaltung eher im Hintergrund. Im Februar 1946 wurde eine provisorische Regierung um Kim Il Sung gebildet, die später mit verdächtigen 100% Zustimmung bestätigt wurde.
Die Proklamation der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea machte am 9.Semptember 1948 die Teilung des koreanischen Staates perfekt.
Kim Il Sung blieb unumschränkter Herrscher bis zu seinem Tod 1994.
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In den folgenden Jahren spitzen sich die Konflikte zwischen den beiden koreanischen Staaten weiter zu und führten schließlich am 25. Juni 1950 zum Koreakrieg. Dieser dauerte drei Jahre bis zum Waffenstillstandsabkommen von 1953, das noch heute in Kraft ist. Dem Krieg fielen fast drei Millionen Koreaner zum Opfer. Er hinterließ ein vollkommen zerstörtes Land mit Millionen von obdachlosen Bürgern.
Nach diesen verhängnisvollen Jahren stand Korea vor enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Nach dem Koreakrieg konnte Südkorea sich in rasantem Tempo wirtschaftlich entwickeln. Die Folge war ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum, das von vielen Entwicklungsländern als Modell und Vorbild betrachtet wird.

Nordkoreas Mittel war die sozialistische Planwirtschaft. Frühere Erfolge basierten auf der Solidarität der sozialistischen Bruderstaaten (Sowjetunion, China, DDR) und der Comecon-Arbeitsteilung.
Seit dem Zerfall des Ostblocks und dem Ausbleiben der Wirtschaftshilfen sieht sich Nordkorea mit den tatsächlichen Gegebenheiten auf dem Weltmarkt konfrontiert. Nur durch außerordentlich aufwendige internationale Hilfsprogramme wird der wirtschaftliche und politische Zusammenbruch mit schwersten Folgen für die Bevölkerung verhindert.

Die Wiedervereinigung bleibt das lang ersehnte, aber schwer zu erreichende Ziel aller Koreaner. Das Scheitern des Kommunismus in der Sowjetunion und in Osteuropa sowie die Wiedervereinigung Deutschlands haben in Korea neue Hoffnungen geweckt.
Zu Beginn der 90er Jahre wurden einige offensichtliche Fortschritte bei der Annäherung zwischen dem Norden und Süden erreicht. Jüngste Entwicklungen deuten auf einen Durchbruch in eine neue politische Richtung zwischen den koreanischen Staaten hin.
Im Juni 2000 trafen sich die Regierungen von Nord und Süd offiziell. Dieses Treffen wird als Erfolg der Sonnenscheinpolitik des Südens betrachtet.

"In der Tat hat sich die kulturelle Identität Koreas im Spannungsfeld zwischen den Nachbarländern China und Japan entwickelt. Dabei haben die Koreaner kulturelle Einflüsse von China aufgenommen und, abgesehen von den letzten hundert Jahren, an Japan weiter gegeben. Dass die Koreaner die fremden Einflüsse zu einer durchaus eigenständigen und höchst reizvollen, spezifisch koreanischen Kultur verarbeitet haben, wurde im Ausland lange Zeit übersehen."
(Gebhard Hilscher; "Korea"1988)


Geschichte Koreas

Quellen: Wikipedia.org,pweb.de,willi-stengel.de,erdkunde-online.de,schneider-th.de und Bücher
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