Entstehungsgeschichte des Landes Thüringen
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"Thüringen", woher kommt eigentlich die Bezeichnung? |
Für der Ursprung des Namens "Thüringen" gibt es verschiedene Auslegungen. Eine davon besagt, daß sich aus dem Namen für den Stamm der Hermunduren, welcher zur Zeit der Völkerwanderung hier sesshaft wurden, der Name "Doringer" entstand, welcher sich später zu "Thüringer" entwickelte.
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Eine andere Auslegung besagt: |
Die Ahnen der Thüringer sind, laut Geschichtsschreiber, die Hermunduren, die Angeln und die Warnen. Vor etwa 2000 Jahren soll der römische Geschichtsschreiber Tacitus germanisches Gebiet bereist haben. Er sah das die Hermunduren und die Angeln damals den Donnergott Thor verehrten. Tacitus nannte daraufhin die Söhne und das Land in dem sie lebten, Thoringia. Hieraus ist dann über die Jahrtausende der Name Thüringen entstanden. Diese Legende erscheint mir am Wahrscheinlichsten. (Aber ist sie auch wahr?)
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Aus der Geschichte des Landes Thüringen. |
Jedenfalls entstand das Land Thüringen nachweislich
um 400. Der Stammesverband der Thüringer bildete sich in dieser Zeit
aus den Hermunduren, Angeln und den Warnen. Sie gründeten um 450 das
Königreich Toringi. Die Namen
der ersten Könige sind, meines Wissens, nicht mehr bekannt. Namentlich
bekannt sind nur die letzten Könige Thüringens Bisin auch als Basin
oder Bisinius bekannt und seine Söhne Herminafried, Berthachar und Baderich.
Der Sitz des Königshofes wird an der Unstrut vermutet. Zu der Zeit fanden
schon etliche fränkische Angriffe auf das Königreich von Thüringen statt.
Aber mit der Unterstützung von Theoderich dem Großen konnten die Angriffe
immer wieder abgewehrt werden. Nach dem Tode von Theoderich verloren
sie den dringend benötigten Verbündeten. Nun kamen die Franken, noch
unterstützt durch die Sachsen, zu ihrem Sieg über das Thüringer Königreich.
Die entscheidende Schlacht fand am 1.Oktober 531 in der Nähe von Burgscheidungen
statt. Thüringen wurde aufgeteilt. Der nördliche Teil kam unter sächsische,
der größere südliche unter fränkische Herrschaft. Hier soll nur die
Herrschaft über den südlichen Teil Thüringens weiter verfolgt werden,
da spätestens 1123/25 auch der nördliche Teil von den Wettinern geführt
wurde. |
Die einzelnen Epochen:
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Fast 1.400 Jahre blieb das einstige Thüringer Königreich zersplittert,
genau bis zum 1.Mai 1920, doch dazu später. |
Nach den oben näher beschriebenen Epochen (mit Hyperlink versehen) änderte sich durch Reichsdeputationshauptschluß von 1803 die politischen Verhältnisse in Thüringen. Die Preußen gewannen die Oberhand. Durch die Niederlage gegen die Franzosen bei Jena mussten sie wenig später, für begrenzte Zeit, ihr Einflußgebiet an das westfälische Königreich unter Napoleons Bruder Jèrôme abtreten. Die Befreiungskriege von 1813/14 beendeten die Franzosenzeit und die Preußen erhielten ihre Besitzungen in Thüringen zurück. |
Das 19.Jahrhundert stand im Zeichen einer raschen Industrialisierung. |
Die thüringischen Fürstentümer wurden 1918 Freistaaten und vereinigten sich am 1.Mai 1920, ein Jahr nach Gründung der Weimarer Republik, zum Freistaat Thüringen. Folgende Staaten schlossen sich zusammen: Freistaat Sachsen-Weimar-Eisenach, Freistaat Sachsen-Meiningen, Freistaat Sachsen-Altenburg, Freistaat Gotha, Freistaat Schwarzburg-Rudolstadt, Freistaat Schwarzburg-Sondershausen, Volksstaat Reuß (ab 1919 als Union der beiden reußischen Landesteile). Coburg schloss sich nach einem Volksentscheid Bayern an. Die Hauptstadt wurde Weimar. Erfurt gehörte weiterhin nach Preußen, da die ihre Exklave nicht aufgeben wollten. |
Erstmals war es in der Geschichte Thüringens zu einer weitgehenden territorialen Einheit gekommen. Am 20.Juni 1920 fanden die ersten Landtagswahlen statt. Mit diesem Schritt stellte sich auch die Frage nach einem angemessenen Wappen für das Land. Der Landtag kam nach heftigen Diskussionen zu folgendem Ergebnis: Im Gesetz vom 7. April 1921 hieß es:» Das Wappen des Landes Thüringen bilden sieben silberne Sterne auf rotem Grund.« |
Das Land Thüringen teilte das politische Geschick der Weimarer Republik. Auf Landesebene kam keine breite regierungsfähige politische Mehrheit zustande.In den Landtagswahlen vom Februar 1924 errangen die rechtsextremen >völkischen< Gruppen einen beträchtlichen Wahlerfolg. Im Juli 1932 kam es wiederum zu vorgezogenen Landtagswahlen, die zu einer Koalitionsregierung zwischen NSDAP und Thüringer Landbund führten. |
Durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30.Januar 1934 wurde der zuvor gleichgeschaltete Landtag aufgelöst und alle Hoheitsrechte des Landes auf das Reich übertragen. |
Nach der Befreiung Thüringens durch die Amerikaner Mitte April 1945 sollte ein demokratischer Neubeginn im Land erfolgen. Schon 1944 waren die preußische Provinz Sachsen geteilt und der Regierungsbezirk Erfurt sowie der Kreis Schmalkalden faktisch als selbständige Provinz dem damaligen Gauleiter Fritz Sauckel übertragen worden. 1945 wurden diese Gebiete auch juristisch ins Land Thüringen eingegliedert. Damit war die wichtigste Voraussetzung geschaffen, um alle Territorien einheitlich zusammenzufassen. Der von den Amerikanern eingesetzte Regierungspräsident Hermann Brill sprach sich zunächst für die Übernahme des thüringischen Wappens aus Weimarer Zeit aus. Nach dem Einmarsch der Roten Armee und dem damit verbundenen vertragsgemäßen amerikanischen Rückzug wurde Rudolf Paul durch die Sowjetische Militäradministration als Ministerpräsident eingesetzt. Im August 1945 erschien das Gesetz, das das neue Wappen Thüringens benannte: Ein in der Urzeichnung goldener Löwe umgeben von nun acht silbernen Sternen. Der achte Stern stand für das preußische Erfurt. 1950 wurde Erfurt erstmals in der Geschichte Hauptstadt Thüringens. |
Im Oktober 1946 erreichte die SED gemeinsam mit der von ihr beherrschten »Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe« bei den Landtagswahlen die Mehrheit der Sitze. Schon am 20Dezember 1946 verkündete der Landtag eine neue Verfassung für das Land Thüringen. Das Landesparlament aber war von Anfang an einem starken Kompetenzverlust ausgesetzt. Alle wichtigen Entscheidungen trafen in Berlin die Sowjetische Militäradministration, die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) und später die DDR-Bürokratie. Der Landespolitik blieb lediglich, die Beschlüsse zu billigen und auszuführen. Als Konsequenz dieser Entmachtung wurde das Land Thüringen im Rahmen des »Aufbaus des Sozialismus«, wie es die SED nannte, 1952 in drei Bezirke unterteilt: Erfurt, Gera, Suhl. Mit dieser Auflösung wurde auch das Wappen abgeschafft. Die Verstaatlichung der Industrie, die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft und die Überwachung der Bevölkerung sowie die Unterdrückung anders denkender Menschen fiel weitgehend in die Jahre, in denen Thüringen de facto nicht mehr existierte. |
Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde auch das Land Thüringen neu gegründet. Am 14.Oktober 1990 wurde das Bundesland Thüringen durch die Zusammenlegung der Bezirksterritorien Erfurt, Gera und Suhl, zuzüglich der Kreise Altenburg, Artern und Schmölln neu gebildet. Am gleichen Tag fand die erste Wahl zum Thüringer Landtag statt. Der Landtag konstituierte sich in seiner ersten Sitzung am 25.Oktober 1990. |
Heute umfasst der Freistaat Thüringen 16 175 Quadratkilometer. Die Bevölkerungszahl betrug am 31.Dezember 1992 2 546 000 Einwohner. Die wichtigsten Städte sind Erfurt (203 000 Einwohner), Gera (125000), Jena (100000), Weimar (59000), Suhl (53 000) und Gotha (53 000). Bekannt ist Thüringen auch durch seine reizvolle Landschaft, vor allem den Thüringer Wald. Nach wie vor ist Thüringen eine Region, die sich durch Klein- und Mittelbetriebe auszeichnet, es gibt lediglich einige Großunternehmen in Jena, Erfurt, Eisenach. Mit der Verfassung des Freistaats Thüringen vom 25. Oktober 1993 hat der Thüringer Landtag der Bevölkerung ein Gesetz vorgelegt, das am 16. Oktober 1994 von der thüringischen Bevölkerung in einem Plebiszit bestätigt wurde. |
1993 wurde das Land Thüringen Freistaat. |